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Südamerika : Chile
am 30.03.2006 22:21 (3599 x gelesen)

Schwarzer Freitag, Valparaiso und Atacamawueste

gerade jetzt hat hier in chile die siesta eingehalten und diese gelegenheit nuetzte ich jetzt aus, um euch meine erlebnisse aus chile zu erfassen.


 


nachdem ich von mendoza den bus nach santiago de chile nahm, war santiago fast auf dem ersten blick nicht mehr wieder zuerkennen. so vieles hat sich dort veraendert, seit ich das letzte mal vor vier jahren hier war: neue autobahnen mit modernsten elektroanzeigetafeln, erweitertes u-bahnnetz, neue wolkenkratzer und ein ende vom bauboom ist nicht in sicht. im allgemeinen sind die preise hier auch gestiegen, doch ich hatte es eh vor, hier nur ein wochenende zu verbringen. leider kann ich von santiago nichts gutes erzaehlen, denn ich hatte hier nur pech, eines nach dem anderen. man kann wirklich da von einem “schwarzen freitag” reden. es fing ganz harmlos an. ich musste mir langsam meine flugtickets fuer die heimreise buchen. ich hatte mir eigentlich ein preis ausgedacht: je frueher, desto billiger, doch leider sind fluege hier sehr teuer und als ich den preis erfuhr, blieb mir erst mal der atem stehen. es blieb mir keine andere wahl, also kaufte ich mir das flugticket. nachdem ich mich vom schock erholt hatte, begab ich mich auf die suche nach einem reisefuehrer von lonely planet ueber das land bolivien. weit und breit waren keine reisefuehrer zu finden! so ging ich mal ins hostal zurueck um mich ein bisschen zu erholen und verschob die suche nach einem reisefuehrer fuer auf den naechsten tag. waehrend ich mich erholte wollte ich wie immer meine selbstgeschossenen bilder anschauen. ich machte die kamera an und das bild zeigte einfach nur schwarz! meine disk ist wohl futsch, ebenso bis zu 100 fotos sind wohl fuer immer verloren gegangen....  habe alles versucht, aber leider ohne erfolg. dabei habe ich die kamera immer sorgfaeltig gepflegt, immer vor naesse und staub geschuetzt.


da habe ich mir halt gedacht: okay, das war fuer mich der schlimmste tag von der gesamten weltreise und schlimmer kann es hoffentlich nicht mehr werden. nun liegt es an euch, denn ihr habt die wahl: soll ich meine weltreise nochmals von vorne anfagen oder soll ich meine reise nach japan fortsetzten um mich bei den japaner zu beschweren und sie mir die bilder aus der disk herauskopieren koennen? ihr habt die qual der wahl!


 


nachdem ich mit ach und krach ein reisefuehrer gefunden habe, wollte ich nur schnell eines: santiago verlassen! meine erste station war valparaiso, genannt valpo. ein schoener name und eine schoene stadt, direkt am meer gelegen. valpo gefiel mir von anhieb an sehr gut, da es fuer mich die erste stadt in suedamerika ist, die einmal keine schachbrettartige strassen hat. valpo liegt direkt am meer und gleich vom meer aus geht es den berg hinauf. valpo ist die stadt mit den vielen steilen strassen, 15 aehnliche zahnradbahnen und die haeuser sehen wie legosteine zusammengebaut aus. die stadt hat keine gerade linie: hier reihen sich einfach haeuser, egal on gross, klein, schmal, breit, sie wurden einfach zusammengewuerfelt gebaut. in der altstadt habe ich es drei tage lang genossen, die steilen und engen gassen zu erkundigen und dabei ab und zu eine zahnradbahn zu benuetzen da es so viele verschiedene schoene aussichten auf das haeusermeer und dem meer zu bieten hat. vom ersten blick sieht valpo mit den wellblechhaeusern wie eine arme stadt, doch im inneren den haeusern ist leben pur: viele gemuetliche restobars und wenn in valpo abend ist, die strassen leer sind (bis auf die vielen streundenden katzen) und der nebel kommt, halten sich die jungen leute in den restobars auf und trinken tee und reden ueber gott und die welt. ich habe das natuerlich ausgenuetzt und konnte so mit einigen chilenische chicas reden und habe es sehr genossen. valpo ist naemlich kein touristischer ort und mit dem herbst, der in suedamerika einzug gehalten hat, haben die meisten touristen dem suedlichen teil suedamerikas den ruecken gekehrt.


 


in chile gibt es nur eine richtung: entweder norden oder sueden und bei mir ging es natuerlich den norden hinauf bis nach la serena. eine kolonialstadt wie jede andere auch und daher nicht sehr von besonderem reiz fuer mich. bin nur nach la serena gegangen um mir den “valle del elqui” zu besuchen. hier schlaegt das herz chiles: hier wird das nationalgetraenk pisco hergestellt! als andenken musste ich mir natuerlich eine flasche pisco sour kaufen, den ich inzwischen schon leer gerunken habe… waere nicht eine groessere flasche besser gewesen? ansonsten ist der “valle del elqui” nebst dem pisco auch recht. interessant: hier gibt es unzaehlige obstplantagen: papaya, pflaumen, mangos, pfirsich und vieles mehr haben hier ihre herkunft. ausser vielen schoenen kleinen doerfern und dem groesstem stausee chiles ist mir nicht vieles in erinnerung geblieben, da ich ausnahmsweise mal mit einer gefuehrten tour mitgegangen bin, die ich sonst immer meide. die touristenfuehrer koennen manchmal schon einem nerven, sie reden viel zu viel und auch oft unwichtiges zeug. ich meide immer diese touren, da ich wirklich nie was verstehe.


 


von la serena aus ging es mit dem nachtbus hoch hinauf zu den anden und der atacamawueste. endlich angekommen in san pedro de atacama, einem kleinem, sympathischem dorf, das groessenteils nur aus lehm gebaut wurde habe ich mich sehr wohl gefuehlt.und daneben doch umgeben von vielen 5000er und 6000er bergen der anden und vulkanen. unter anderem waren hier die chilenen so freundlich und da trifft sich die ganze welt von verschiedenen laender. die atacamawueste ist eine der trockensten der welt und hier war es nicht nur gleich einoede pur: es gab unendlich vieles zum sehen. daher bin ich fuenf tage hier geblieben und habe jeden tag etwas unternommen. an meinem ersten tag habe ich den tag ruhig gestartet. ich bin hinaus in die wueste gefahren zu den thermalquellen. ja ihr lest es richtig: mitten in der wueste gibt es eine thermalquelle mit warmem wasser und am fluss entlang kann man schwimmen, oder besser gesagt, einfach im naturpool relaxen und man sieht nur wueste weit und breit soweit das auge reicht.


was ich alles noch gesehen habe war der “valle de la luna”. diese mondaehnliche landschaft hat bizzare felsformen zu bieten und bei sonnenuntergang faerben sich die felsen erst in einem orangen ton, bevor sie rot und dann violett werden. bis die sonne ganz weg ist und es dunkel ist. einfach unglaublich. In der wueste kommt man nur mit einer gefuehrten tour welter, was fuer mich klar war, doch ich hatte mit der wahl vom tourismusbuero grossen glueck: sie haben fuer mich immer uebersetzt wenn sie der ganze gruppe fertig waren, die infos ueber die regionen zu erzaehlen. war ich da dem reisefuehrer dankbar!


diese atacamawueste war vor millionen jahren einmal ein riesengrosser see und heute ist alles knochentrocken und eine unwirtschaftliche region! echt unvorstellbar, dass das einmal ein see voller lebewesen war! dinosaurier, fische, pflanzen, etc.... heute ist alles ausgtrocknet und durch katastrophen zerstoert worden. meist durch vulkanausbrueche und aehnliche erdbeben und landschaftsumbruch. so genau weiss ich das nicht ganz, das war der einzige punkt, den ich nicht verstanden habe. google, die pflicht ruft wieder! muss ja schliesslich was fuer meine bildung tun!


heute, an meinem letzten tag bin ich sehr frueh am morgen aufgestanden, um 3.30 uhr. ihr seht, ich bin kein warmduscher und schlafe nicht nur aus! denn ich wollte mir die geysire sehen die nur am fruehen morgen aktiv sind bevor sie feierabend haben. es war noch stockdunkel und kalt, doch bei den geysiren war es extrem bitterkalt und wir alle haben nur gefroren wie verrueckt. die tempertauren waren um 6.30 uhr immr noch weit unter dem gefrierpunkt. dort haben wir unser fruehstueck eingenommen, unter anderem, gekochte eier aus der thermaquelle und ebenfalls warme milch. einfach die tuete ins heisse wasser reinlegen und nach ein paar minuten ist die milch heiss! echt cool!


dann je langsamer es heller wurde, desto weniger aktiv wurden die geysire und bevor die sonne auch richtig zum vorschein kam, haben wir alle noch ein thermalbad genommen in einem recht grossem pool, das war herrlich und dann spaeter fuehlten wir uns alle wie frisch und neugeboren! als die sonne dann zum vorschein kam, hoerten die geysire auf zu blubbern und ich erzaehlte den backpackers einen kleinen witz: man kann die geysire ja wie mit den vampiren vergleichen: immer nachtaktiv sein und dann haben sie ploetzlich angst vor der sonne und den blitzlichter der fotokamera und verkrichen sich wieder in ihre saerge!


 


so habe ich also nun chile ohne probleme erlebt. dies ist heute mein letzter tag und morgen geht es mit dem jeep auf einer 3-taetigen tour ueber die anden und dem groesstem salzsee der welt, dem salar del uyuni nach bolivien. ehrlich gesagt, fuerchte ich mich ein bisschen vor der kaelte, aber wehe, wenn ihr mich auslacht und in aehnlicher weise etwa diesen satz sagt: wir haben einen langen, harten winter erlebt, jetzt goennen wir uns den fruehling und guido kann einmal unseren schlimmen winter nachempfinden, dem schreibe ich fuer den rest keine karte mehr!



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